Ein CGM-Sensor am Oberarm, dazu eine App-Mitgliedschaft für 150 bis 400 € im Monat, oft mit Mindestlaufzeit und Kündigungsfrist – so sieht für viele Anbieter der Einstieg in ein zuckerbewusstes Leben aus. Für jemanden, der nur wissen will, ob im Joghurt aus dem Kühlregal Zucker versteckt ist, ist das ein Overkill.
Die gute Nachricht: Um versteckten Zucker zuverlässig zu erkennen, reicht in den allermeisten Fällen ein Blick auf die Zutatenliste – vorausgesetzt, man weiß, wonach man sucht.
Hersteller dürfen mit "0 g Zucker" werben, auch wenn das Produkt reichlich Kohlenhydrate enthält, die der Körper genauso verstoffwechselt wie Haushaltszucker. Der Trick: Es gibt über 60 verschiedene Bezeichnungen für zugesetzten Zucker, und viele davon klingen harmlos oder sogar gesund.
Die häufigsten Tarnnamen auf deutschen Etiketten:
Steht einer dieser Begriffe in den ersten fünf Zutaten, ist der Zuckeranteil meist höher, als das Frontlabel vermuten lässt.
Viele bekannte Scanner-Apps arbeiten mit einer Datenbank: Barcode scannen, Produkt nachschlagen, Bewertung anzeigen. Das funktioniert gut – solange das Produkt in der Datenbank steht. In der Praxis zeigen Nutzerbewertungen genau hier die größte Schwachstelle: Produkte fehlen komplett, Bewertungen nach einer Rezepturänderung sind veraltet, und bei Eigenmarken oder importierten Produkten ist die Trefferquote besonders niedrig.
Das Problem lässt sich technisch lösen, wenn eine App nicht nur den Barcode gegen eine Datenbank prüft, sondern bei fehlendem Treffer direkt die Zutatenliste selbst liest und auswertet – unabhängig davon, ob das Produkt schon einmal von jemand anderem gescannt wurde.
Wer mit GLP-1-Medikamenten (z. B. Semaglutid-Präparaten) isst, hat oft nur kleine Portionen zur Verfügung – jede davon sollte zählen, ohne unnötigen Zucker mitzubringen. Auch bei Prädiabetes oder erhöhten Blutzuckerwerten reicht in der Regel ein bewusster Blick auf die Zutatenliste, um die größten Fallen im Supermarktregal zu vermeiden – ganz ohne medizinisches Gerät.
Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Diabetes oder anderen Erkrankungen sprich mit deiner Ärztin oder deinem Arzt über die für dich passende Ernährung.